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Beratung für Gehörlose
Die
Probleme bei der Kommunikation in Familie, Schule, Beruf und
Gesellschaft führen bei Gehörlosen oft auch zu einem
Informationsdefizit und einer gewissen Verunsicherung.
„Riester-Rente“, „Gesundheitsreform“,
„BSE“, „EU-4-Norm“, „Phishing“?
Unsere Gesellschaft entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Wer neue
Informationen nicht mitbekommt, gerät schnell ins Abseits. Um
echte „Barrierefreiheit“ zu verwirklichen, müssen
vermehrt Informationen in Gebärdensprache bereit gestellt werden:
im Fernsehen, im Internet, bei öffentlichen Veranstaltungen und in
der Beratung!
Missverständnisse
zwischen Hörenden und Gehörlosen entstehen nicht nur aufgrund
sprachlicher Schwierigkeiten sondern auch wegen der Unterschiede im
soziokulturellen Hintergrund. Diese können – gerade im
Zusammenhang mit persönlichen Problemen – nicht immer allein
durch den Einsatz von Gebärdensprachdolmetschern überwunden
werden. Gehörlose sollten deshalb auch eine Anlaufstelle haben, wo
man ihre Lebenssituation kennt und sie direkt in Gebärdensprache
berät.
Als
Selbsthilfeorganisation der Gehörlosen bietet der
Gehörlosen-Verband Schleswig-Holstein e.V. eine allgemeine soziale
Beratung von Gehörlosen für Gehörlose an. Auch unsere
hörenden Berater beherrschen die Gebärdensprache und sind mit
der Welt der Gehörlosen vertraut.
Wegen
der Besonderheiten im Spracherwerb sind bei Gehörlosen
Unsicherheiten im Umgang mit der Schriftsprache ganz normal. In unserem
Sozialdienst erläutern wir daher alle schriftlichen Unterlagen in
Gebärdensprache und unterstützen Gehörlosen beim
Schreiben von Anträgen, Widersprüchen und Bewerbungen. Wir
helfen auch bei der Vorbereitung wichtiger Gespräche mit
Außenstehenden und organisieren den dafür notwendigen
Dometschereinsatz. Bei Bedarf arbeiten wir natürlich mit anderen
Fachdiensten, Arbeitgebern und den zuständigen Stellen zusammen.